Mountainbike und Umwelt. Ökologische Auswirkungen und Nutzungskonflikte
Sport, insbesondere Freizeitsport, erfüllt in unserer Gesellschaft eine Vielzahl wichtiger Aufgaben und bereichert das Leben zahlloser Menschen um ein wesentliches Element. Der Sport, so formulierte es DSB-Präsident Manfred von Richthofen, gilt mittlerweile als "die größte Bürgerinitiative Deutschlands". Gleichwohl ist seit längerer Zeit bekannt, daß vom Freizeitsport, direkt oder indirekt, negative Einflüsse auf unsere Umwelt ausgehen können. Diese Tatsache wurde in den letzten Jahren immer stärker in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt und nimmt heute einen festen Platz in der Umweltdiskussion ein. Das Problem der Umweltbeeinträchtigung durch Freizeitsport ist jedoch längst nicht so neu, wie es erscheinen mag. Im Gegenteil, die meisten dazu vorliegenden Arbeiten entstanden in den siebziger und achtziger Jahren. Neu ist jedoch, daß die Problematik heute viel mehr als früher vor den Augen einer breiten und gegenüber Umweltbelangen äußerst sensiblen Öffentlichkeit diskutiert wird. Neu ist auch, daß sich in dieser Diskussion heute nicht nur Sportler und Umweltschützer, sondern auch einzelne Sportarten untereinander gegenüberstehen. Im Mittelpunkt dieser zeitweise sehr emotional und wenig sachlich geführten Diskussionen stehen fast ausschließlich die jüngeren Vertreter der Natursportarten, die auch unter dem Oberbegriff 'Trendsportarten' zusammengefaßt werden. In der Regel handelt es sich dabei um Sportarten oder Freizeitbeschäftigungen, die nicht sportstättengebunden in der freien Landschaft ausgeübt werden, und die sich in den meisten Fällen als Spezialisierung oder Weiterentwicklung aus traditionellen Natursportarten wie Bergsteigen, Rad- oder Kanufahren entwickelt haben. Bei keiner dieser Trendsportarten verlief die Entwicklung jedoch derart stürmisch wie beim Mountainbiking. Nie zuvor hatte eine Freizeitbeschäftigung in so kurzer Zeit so viele Anhänger gefunden, und noch nie zuvor war eine Freizeitbeschäftigung derart heftig und kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert worden... Inhaltsverzeichnis
Autor Dr. Thomas Wöhrstein wurde 1963 in Schramberg/Schwarzwald geboren. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Bankkaufmann begann er 1987 mit dem Studium der Geographie sowie Botanik und Zoologie. Abschluß des Studiums 1993 mit einer Diplomarbeit zum Thema: "Die ökologischen Auswirkungen des Mountainbike-Sports". Daran schloß sich seine Mitarbeit am Forschungsprojekt 'Mountainbike und Umwelt' am Umweltforschungsinstitut der Universität des Saarlandes an, in dessen Rahmen als Promotion auch das vorliegende gleichnamige Buch entstand. 1999 gründete er gemeinsam mit Dirk Vollmer, ebenfalls einem Mountainbikespezialisten, das Planungs- und Gutachterbüro Bike Management, das sich ursprünglich insbesondere im Bereich der umweltverträglichen Infrastrukturschaffung für Mountainbiking in Tourismusgemeinden engagierte.
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